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Wassertropfen auf Gras

Meditation

Meditation geht von einer Trennung von Körper und Geist aus. Wer meditiert, bringt zwar auch seinen Körper in einen Ruhezustand, aber vor allem dient die Meditation der geistigen Entspannung bzw. Erleuchtung. Der Körper wird als ein Gefährt gesehen, der Geist als der Fahrer, der in diesem Gefährt wohnt. Der Körper kommt nachts, wenn wir schlafen, zur Ruhe, der Geist nicht. In den Träumen verfolgen uns unsere Erlebnisse und Eindrücke des Tages. Und es werden in dieser schnelllebigen Zeit immer mehr. Den Geist zur Ruhe zu bringen ist schwer, meist lenken wir uns mit anderen Sinnesreizen ab und beschäftigen den Geist immer noch weiter, statt einfach mal bewusst nichts zu tun.

Diese Erfahrung von Nichts, das Loslassen von Gedanken, Gefühlen, Hast des Alltags, soll die Meditation leisten. Eine Unterstützung hierbei kann ein Mantra bieten. Dies ist ein Wort oder eine kurze Formel, die wir uns immer wieder selbst sagen und damit andere Gedanken ausblenden. Je nach religiöser Ausrichtung könnten dies Worte sein wie "Ave Maria", "Kyrie Eleison", "Allahu Akbar", oder "Rama" (indisch für Freude). Es gibt Empfehlungen, sich ein geweihtes Wort oder kurze Formel zu wählen.

Wenn der Geist droht außer Kontrolle zu geraten, wenn man sich aufregt, wenn es wieder mal nicht schnell genug geht, kann man mit dem Mantra den Geist entschleunigen. Während das einreden "über diese Kleinigkeit sollte ich mich jetzt nicht aufregen", wirkungslos bleibt, kann das ruhig wiederholte Mantra über die Situation retten und die innere Ruhe vor einer Reaktion herstellen. Noch wirkungsvoller ist es in Verbindung mit einem kurzen Fußmarsch, zum Beispiel einer Runde um den Block.

Wichtig ist das Üben. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit, wenn man im Stau steckt, wenn man auf den Bus wartet, und vor dem Einschlafen sollte man das Mantra immer still im Geiste wiederholen. Nur wenn die volle Aufmerksamkeit gefordert ist, bei der Arbeit oder im Straßenverkehr sollte man es nicht versuchen.

Es ist wichtig einen geeigneten regelmäßigen Zeitpunkt zum Meditieren zu finden. Eine Empfehlung ist morgens vor dem Start in den Tag, ich kenne aber auch Gruppen, die bewusst den Abend für die Meditation wählen, um den Tag ausklingen zu lassen.

Es ist möglich vor der Meditation den Körper und Geist durch Sport zunächst zu fordern. Joggen und dabei das Mantra zu wiederholen kann eine Einstimmung sein, die auf die anschließende Ruhe vorbereitet.

Es gibt Meditationstexte vielfältiger Art, religiöse oder auch nichtreligiöse. Es kann ein Text sein, durch den man sich immer wieder neu inspirieren lässt, oder jeden Tag ein anderer, beispielsweise aus einer Sammlung von Meditationstexten, die es in jeder Buchhandlung zu kaufen gibt.

Am besten übt man Meditation zunächst in Gruppen, man kann aber auch sein ganz persönliches Ritual entwickeln. Wichtig ist ein gleichbleibender Ablauf und möglichst eine immer gleiche Zeit und ein fester Ort. Der Meditationsort kann ein eigenes Zimmer sein, aber auch eine Ecke in einem Raum, der ruhig ist, wo es keine Störungen von außen geben sollte, kein Telefon und der gut belüftet sein sollte. Schön wäre es eine Ecke nur zu diesem Zweck zu haben, so wie es eine Essecke gibt oder das Bett zum Schlafen. Schon beim Betreten dieser Räumlichkeit assoziiert der Geist dann die Meditation.

Die Meditationsecke sollte mit einem bequemen Sitzkissen ausgestattet sein. Man kann auch ein religiöses oder erbauendes Bild in der Nähe haben, je nach Glaube und was einem persönlich hilft, Ruhe zu finden. Die Kleidung sollte bequem sein. Eine Kerze oder Teelicht, die während der Dauer der Meditation brennt, kann verwendet werden. Ein Lotus- oder Schneidersitz ist nicht notwendig, es sollte ein bequemer Sitz gefunden werden, den man auch eine halbe Stunde beibehalten kann und aus dem man hinterher problemlos ohne Beschwerden wieder aufstehen kann. Ein aufrechter Sitz hilft, in der Entspannung der Meditation nicht einzuschlafen. Wenn Sie zur Entspannung im Bett meditieren wollen, um genau diesen Effekt zu erzielen, ist es natürlich etwas anderes, dann kann die Meditation auch in diesem Sinne verwendet werden. Es dient dann aber weniger dem Zweck der Erbauung des Geistes.

Es sollte eine halbe Stunde für die Meditation eingeplant werden. Zur Vorbereitung auf die halbe Stunde Ruhe kann man einen Spaziergang oder eine andere sportliche Betätigung wählen, in der man den Geist mit Hilfe des Mantras bereits entschleunigt.

Wenn man dann in der Meditationsecke Platz genommen hat, bequem sitzt, evtl. eine Kerze angezündet hat, und mithilfe des Mantras ein paar Minuten zur Ruhe gefunden hat, kann man den Meditationstext lesen bzw. in einer Meditationsgruppe vorlesen. In Gruppen gibt es teilweise auch noch ein paar Meditationsregeln zum ankommen, die ein Meditationsleiter spricht. Diese Regeln wie "ich bin ganz im Hier und Jetzt", "die Gedanken kommen und ziehen vorüber" kann man sich selbst auch vorsagen und damit auch störende Gedanken abwehren, die immer wieder besonders am Anfang die Meditation stören werden.

Nun schließt man die Augen und konzentriert sich auf den Meditationstext und versucht alle anderen Gedanken fallenzulassen. Es ist natürlich, dass Ablenkungen sich einschleichen. Immer wenn der Geist abschweift, Gedanken an aktuelle Probleme aufkommen, ist es wichtig, diese bestimmt zurückzuweisen und zum Meditationstext zurückzukommen. Als Start- und Endsignal verwenden Meditationsgruppen auch mitunter einen Gong oder eine Klangschale. Ich würde jedem Unerfahrenen raten, zunächst in einer Gruppe die Meditation kennenzulernen.